The Copiale Cipher is a 105 page long codex from Germany written in an invented script consisting of Latin and Greek letters as well as unique characters. Written in the 1730, its contents remained unknown for almost 3 centuries until the code was finally cracked in 2011. It turned out the codex belonged to a secret society, the "high enlightened oculist order", who documented their ceremonies and internal hierarchies. They also documented practices of other secret organisations of their time.
Below is the contents of the codex in legible German. I have kept the archaic style of grammar and the word choice but used modern spelling rules to make it easier to read. Every paragraph is one page of the manuscript, unless a header is contained in it, in which case the header will split the paragraph in two.
The orginal decipherment used for this page can be found here, downloaded from the internet archive. There is also an English translation available here taken from the same website.
Wenn die Sicherheit der Loge durch den älteren Türhüter besorgt und die Loge vom dirigierenden Meister durch Aufsetzung seines Huts geöffnet ist, wird der Kandidat von dem jüngeren Türhüter aus einem anderen Zimmer abgeholt und bei der Hand ein und vor des dirigierenden Meisters Tisch geführt. Dieser fragt ihn erstlich, ob er begehre Okulist zu werden, zweitens, den Verordnungen der Gesellschaft sich un-
terwerfen und ohne Widerspenstigkeit die Lehrzeit ausstehen wolle, drittens, die Geheimnisse der Gesellschaft zu verschweigen und dazu auf das Verbindlichste sich anheischig zu machen gesinnt sei. Der Kandidat antwortet ja. Viertens. ob er schon einer anderen geheimen Gesellschaft zum Exempel unter deren Orden mopsen oder dergleichen sei, als welches er allhier auf Ehre und Reputation bekennen müsse, antwortet er ja. So fragt der dirigierende Meister fünftens, ob er nicht seinen vorherigen Brüdern versprochen habe, die Okulisterei ihnen zu verraten. Er mag nun hierauf antworten, was er will. So muss er dem dirigierenden Meister folgendes nachsprechen: "Wie groß auch die Folgsamkeit und Treue
sei, so ich denen versprochen, so soll doch dieses der hochlöblichen Okulisterei zu keinem Nachtheil gereichen. Ich verspreche, außer demjenigen, so ich in der gewöhnlichen Okulistenverpflichtung zusagen werde, noch zum Überfluss bei dem Eide, den ich denen getan, dass ich der Okulistengesellschaft ebenso treu, und wenn es möglich ist, noch treuer sein will als der ///. Lasse auch geschehen, dass alle Strafen, die der Eid enthält, an mich vollstreckt werden, wo ferne ich das Geringste von der Okulisterei an die /// auf einige Art und Weise verraten solte." Der dirigierende Meister spricht so dann zum Zeremonienmeister: "Ich übergebe dem Bruder hiermit den Kan-
didaten mit Leib und Seele, dass er zusehe, ob seinem schwachen Gesichte nicht etwa ohne Operation zu helfen stehe." Dieser führt ihn hierauf zu einem Nebentisch, worauf nebst vielen Lichtern, mancherlei Instrumente, auch Brillen, Perspektiven, Mikroskopen, ein Tuch und ein Glas mit Wasser sich befinden. Hier muss er sich auf ein Tabouret niederlassen und ein Stück unbeschriebenes Papier eine Zeit lang betrachten. Wenn er nach einiger Zeit antwortet, dass er nichts Geschriebenes darauf sehe, so setzt der Zeremonienmeister ihm eine Brille auf und fragt ihn nochmals, ob er die Schrifft nicht lesen könne. Er antwort: nein. Inzwischen tröstet ihn der Zeremonienmeister so gut als möglich, macht ihm Hoffnung zur Besserung, wäscht ihm mit einem Tuch die Augen aus und wenn alles nichts helfen will, vermeldet er, dass man zur Operation schreiten müsse. Als
denn greifen alle anwesenden Mitglieder zu den Lichtern, stellen sich rings um den Kandidaten und der Zeremonienmeister rupft ihm unter beständigem Ermahnen, Trösten und Aufmuntern mit einer kleinen Haarzange ein Haar aus den Augenbraunen und beschließt damit die Operation. Darauf ruft der dirigierende Meister den Kandidaten wieder zu sich und sagt ihm: "Er steht vielleicht in dem Gedanken, dass wenig ernsthaffte Sachen bei der Gesellschaft zu finden. Er sollte aber des Gegenteils versichert sein und bei den Zeremonien nicht auf die Schalen, sondern auf den Kern sehen. Auch zu dem Ende denen symbolischen Handlungen davon keine ohne Bedeutung sei, weiter nachdencken." Hiernächst tut an ihn der dirigierende Meister nochmals die anfangs erwähnten drei Fragen und wenn er diese annehmlich beantwortet, auch der
dirigierende Meister alle Anwesenden zu Zeugen angerufen, muss er die rechte Hand auf das Auge legen, so der dirigierende Meister am Halse trägt und dasjenige nachsprechen, was der Sekretarius ihm vorliest. Die Verpflichtungsformel ist diese: "Ich verspreche, so gewiss als mir meine Ehre lieb ist, dass ich von allen Heimlichkeiten dieser Gesellschaft und von allem, was ich gesehen, gehört und gefühlt niemals, wem es auch sei und auf was für Art es auch geschehen könne, etwas anders bekannt machen will, als was mir davon zu sagen erlaubt wird. Ferner verspreche ich, niemals in eine andere geheime Gesellschaft, sie möge aus schon erdachten oder noch zu erdenkenden Brüderschaften bestehen, ohne spezielle Erlaubnis des hocherleuchteten Großmeisters mich zu begeben. Ich verspreche dieses der ganzen Gesellschaft
der Okulisten von welchen Nationen sie nur sein mögen, so wohl denen jetzigen als zukünftigen Mitgliedern, und zwar dergestalt, dass ich mir gefallen lasse, wenn ich gegen dieses mein Versprechen handeln sollte, dass man mich für eine Schande des männlichen/weiblichen Geschlechts und der ganzen ehrbaren Welt auch für das unwürdigste Mitglied dieser hocherleuchteten und ansehnlichen Gesellschaft, auf was für Art man nur immer wolle, öffentlich erkläre und halte, ohne dass ich darüber mich beschweren will." Hierauf ziert ihn, auf Befehl des dirigierenden Meisters, der Schaffner mit dem Lehrlingsschmuck um den rechten Arm und führt ihn wiederum an den Nebentisch, allwo indessen statt des unbeschriebenen Blattes der Sekretarius den völligen Unterricht vor die Lehr-
linge hingelegt, als welchen man zu diesem Ende von dem Secretario hat übersetzen lassen, allein noch vor Schließung der Loge, so durch Abnehmung des Huts geschieht, wieder zerreissen soll. Die sämmtlichen Brüder gratuliren und der Schaffner erklärt ihm insofern die Insignia obenhin als sie die Blindheit und Scharfsichtigkeit simbolice anzeigen sollen, untterrichtet ihm aus dem Aufsatze, in dem was er als Lehrling wissen muss, und lehret ihn einige Maximen so gegen die Fremden und gegen die Falschen Brüder zu gebrauchen sind. Die Vornehmsten hiervon sind: nicht disputiren, die Okulisterei nicht verteidigen, auch damit brillieren wollen, niemanden ohne wichtige Ursache v. Loge, einen Bruder erkennen, in Gesellschafft Fremder keine Zeichen geben, und so weiter.
Erstlich: man wendet den Kopf ungezwungen nach der linken und gleich darauf nach der rechten Seite, als wenn man sich nach etwas umsähe. Bediene dich des Schnupftuchs und siehe den Fragenden an. Zweitens: wenn man eine Hand nicht rührt mit der andern hergegen eine willkührliche Bewegung macht und den Anderen ansiehet. Ich mache ebenfals willkührliche Bewegungen doch mit der anderen Hand. Drittens: einer nimmt Tabak mit dem Daumen und dem mittelsten Finger der linken Hand. Berühre mit der linken Hand dein linkes Auge. Jede Frage hat demnach ihre eigene Antwort und leidet keine andere die Ordnung, aber der Fragende ist willkührlich. Hingegen soll man niemals
mehr als eine Frage tun, so lange nicht der Antwortende mit einer folgenden Frage hervorgerückt. Auch muss ein Bruder, der sich zu erkennen gibt, die ganze Zeremonie seiner Aufnahme zu erzählen und die Personen so gegenwärtig gewesen zu nennen wissen. Wenn Fremdlinge zugegen sind und einer unvorsichtig spricht oder handelt antwortet man: das weiß ich schon.
Wann die Gesellenloge beisammen vor derselbigen Sicherheit gesorgt und sie gehörig eröffnet, führt der jüngere Türhüter den Lehrling ein und vor den dirigierenden Meister. Dieser fragt ihn, was er begehre. Er antwortet,
dass seine meisterliche Klarheit ihn freisprechen und zum Gesellen schlagen möchte. Der dirigierende Meister fragt weiter, ob er der Gesellschaft bisher treu gewesen, auch das Versprechen in keine andere geheime Gesellschaft sich zu begeben heiliglich gehalten habe und dieses in öffentlicher gegenwärtig versammelter Loge bei Ehre und Gewissen frei bekennen könne, antwortet er: nein oder wird sonst überzeugt, dass er dem zu wieder gehandelt, so wird er mit einem starken Verweiß wegen seines Ungehorsams zurück gewiesen und bleibt von dem Amte eines Gesellen auf ewig ausgeschlossen. Kann er hingegen seinen gehorsam hinlänglich beweisen, so fragt der dirigierende Meister weiter, ob er sich dem, was mit ihm vorgenommen werden solle, willig unterwerfe, antwort: ja, ob er der nurerwähnten ersten Zusage sich wohl erinnere und selbige wiederhohlen wolle: ja. Der dirigierende Meister ruft deswegen alle Anwesende zu
Zeugen, welche sich rings um ihn herstellen, worauf er wiederum die rechte Hand an das dem dirigierenden Meister um den Hals hängende Auge legen und dem Sekretario nachsprechen soll. "Ich gedenke an jetzt an das, was ich als Lehrling schon angelobte und verpflichte mich nochmals dazu, unter den vorherigen Strafen aufs feierlichste, will auch nicht einmal einen Lehrling entdecken, was ich als Geselle erlernt. Dann steht der dirigierende Meister auf, schlägt dem neuen Gesellen mit dem Zepter auf die linke Achsel und sagt ihm: "Dieser Schlag ist das Zeichen und der Anfang derjenigen Vertraulichkeit, die der Bruder von jetzt an als Geselle von uns zu erwarten hat und vermöge, welcher er zu sein und anderer wichtiger Arbeit nach dem Maß
seiner Geschicklichkeit und Folgsamkeit so zugelassen werden." Darauf legt der Zeremonienmeister ihm den Gesellenschmuck, nämlich ein gleiches Band, wie das vorige, so er auch behält am linken Arm an. Er empfängt die Glückwünschungen von allen Anwesenden und der Schaffner unterrichtet ihn in den hiernächst folgenden Kennzeichen der Gesellen.
Erstlich: einer berührt mit der rechten Hand sein rechtes Auge. Ich bestreiche mit der rechten Hand die rechte Seite des Halses, berührt aber der Fragende mit der rechten Hand das linke Auge, so bestreiche ich auch mit der rechten Hand die linke Seite des Halses.
Zweitens: jemand fragt in wie vielen Stunden, Tagen oder Monaten ich meine Wissenschaft und Kunst erlernt. So nehme ich die Zahl derjenigen Zeichen, die er alleine mir schon gegeben. Im jetzigen Fall hieße es inklusive der Lehrlingszeichen fünfe. Drittens: man fragt nach einigen schon gegebenen Zeichen, wie viel die Glocke sei. Ich nehme die Zahl derjenigen Zeichen so wir beide zusammen einander schon gegeben und rechne dieses Letzte mit dazu. Im jetzigen Fall hieße es inklusive der Lehrlings Zeichen zwölfe. Nota, dass keiner als Geselle zu fragen ist, bevor er nicht die Lehrlingsfragen gehörig beantwortet und keiner als Geselle erkannt werden soll, bevor er nicht auch in allen Gesellenzeichen geschickt erfunden worden und die ganze Zeremonie der Aufnahme erzählt hat.
Die Versicherung und Eröffnung der Loge wird auf gleiche Art wie bei denen vorigen verfügt und Ersteres ist hierbei am allernötigsten. Hiernächst wird der Kandidat von dem jüngeren Türhüter eingeführt und vor den dirigierenden Meister gebracht. Dieser fragt ihn, was er begehre. Antwort den Meisterhut, ob er der Gesellschaft bisher treu gewesen, auch das Versprechen in keine andere geheime Gesellschaft sich zu begeben heiliglich gehalten habe und dieses auf Gewissen. Ehre und Reputation bekennen wolle. Der dirigierende Meister fragt alle Anwesenden, ob sie diesen des Meisterhuts würdig achten. Hat nun der Kandidat bei der vorhergehenden Frage seine Treue und Gehorsamkeit nicht hinlänglich bewiesen,
so antworten die Anwesenden nein und man weist den Kandidaten auf ewig vom Meistertum ab. Ist aber das Gegenteil dargetan, so antworten sie ja und alsdenn lässt der Meister den KandidateN das Meisterstück ablegen. Das ist seine Geschicklichkeit im Lesen und Schreiben unserer Schiffres zeigen dann legt wiederum der Kandidat die rechte Hand auf den Meisterornat und spricht: "Bei diesem Auge will ich mich anjetzt und zu ewigen Zeiten meiner zu unterschiedenen Malen angelobten Okulistpflicht erinnern." Der dirigierende Meister löst ihm so dann den Gesellen- und Lehrlingsschmuck ab und nachdem der Zeremonienmeister jenem auf Befehl das neue Meisterornat und den Meisterhut gereicht, schmückt der dirigierende Meister den Kandidaten. Damit sollen /// aus mit den Worten: "Der erleuchtete Bruder soll dieser Zeichen niemals anders, als zu ehren der löblichen Okulistengesellschaft und in
einer aufrichtigen Okulistenloge sich gebrauchen hergegen versichert sein, dass von Stund an ihn jeder rechtschaffener Bruder vor einem wahren Meister der löblichen Okulistengesellschaft erkennen müsse." Der Schaffner belehrt ihn alsdenn in denen Kennzeichen der Meister und Machtmeister, gibt ihm das wahre Geheimwissen, welches ist die Historie von dem Ursprung der Okulistengesellschaft, erklärt das fürnehmste aus unseren geheimen Konstitutionen wie auch den wahren Verstand des Siegels und gibt ihm die Erlaubnis ein und anders zu seiner Nachricht enschiffre sich auszuzeichnen, wünscht ihm nebst allen Anwesenden Glück und der dirigierende Meister beschließt damit die Loge.
Ein Meister wird nicht so wohl dadurch erkannt, dass er unsere Schiffres fertig lesen und schreiben könne, son-
dern vornehmlich, dass er das Meisterzeichen wisse, so im Folgenden besteht: Man nennt in einem Gespräche einen Bruder mit Namen zum Exempel was macht Bruder Hans? Der Andere wählt wieder einen Namen, der mit dem zweiten Buchstaben des ersten Namens sich anhebt. Zum Exempel er war beim Herrn Anthon. Der Erste folgt auf gleiche Art und spricht war Herr Nicolaus auch da? Antwort zum Exempel nein. Dieser besuchte eben seinen Vetter Sebastian. Ein Machtmeister wird daran lediglich erkannt, dass er die Macht, nämlich ein in der großen Loge ausgefertigtes und besiegeltes Diploma, aufzeigen kann. Vermöge dessen, ob gleich des Worts Macht darinnen nicht gedacht werden soll ihm als einen Machtmeister erlaubt wird Logen aufzurichten, zu beschließen, aufzunehmen, Gesellen zu schlagen und den Meisterhut aufzusetzen.
Die Neugierigkeit ist dem menschlichen Geschlecht angeerbt. Wir wollen oft eine Sache wissen, bloß deswegen, weil sie geheim gehalten wird. Auf diese Materie sind einsmals in England einige gute Freunde zu reden kommen. Ein jeder von der Gesellschaft hat besondere Exempel einer zu weit getriebenen Neugierigkeit angeführt. Endlich sind sie alle auf die Gedanken gefallen unter sich eine Brüderschaft aufzurichten, davon niemand als nur diejenigen so darinnen aufgenommen würden den Endzweck erfahren sollte, um zu sehen wie viele der Füwitz verleiten würde in eine Gesellschaft zu treten ohne vorher zu wissen, wozu sie hernach verbunden wären. Sie wurden so gleich einig, dass sie vorgeben
wollten, als wenn hinter ihrer Vereinigung ein großes Geheimwissen steckte, und entschlossen sich, gewisse willkürliche Zeichen zu erdenken, woran ein Bruder den anderen erkennen sollte. Weil aber die Zeit dasselbige Mal nicht erlauben wollten, alles auf das genaueste zu veabreden, so wurde dazu ein anderweitiger Termin angesetzt und dazumal ist auch wirklich die Zunft der Orden aufgerichtet und ihr dieser seltsame Namen beigelegt worden. Ein einziger nur war bei dem Termin nicht erschienen und als er eine zeitlang nachher ankam, so fand er den Orden aufgeführt, da dann ein großer Teil dieser Maurer gar nicht wissen konnte, die anderen aber sich nicht mehr erinnerten, dass unser Neuangekommener etwas von ihrem Bauwesen verstünde, ob er gleich dabei gewesen war, als man den ersten Riss gemacht hatte. Er wollte also auch nicht sich ihnen zu erkennen geben und
da es ihm insonderheit nicht gefiel, dass man das weibliche Geschlecht ganz und gar ausgeschlossen hatte und in der Wahl der Brüder so wenig behutsam verfuhr, so wurde er veranlasst, unsere gegenwärtig blühende Okulistengesellschaft zu stiften. Die Einrichtung der Ordenrei einer ganzen Gesellschaft als ein wirkliches Geheimwissen anzuvertrauen und ein jedes Mitglied derselben auf die im fünften Titel folgende geheime Absichten zu verpflichten, doch ohne, dass jemals die Orden das Geringste von der Einrichtung unserer Gesellschaft erfahren sollten, umso mehr dann unsere Gesellschaft des Vorzugs sich freuen kann, dass das Ordengeheimwissen in Ansehung unserer Brüder verflogen. Das unsrige aber ein wahres noch unentdektes Geheimwissen sei und bleibe.
Erstlich: ein Meister muss sehr behutsam verfahren.
Mit Aufnehmung neuer Brüder und mit Erhöhung der Lehrlinge und Gesellen, worauf sie aber eigentlich zu sehen ist, in dem öffentlichen Teil genugsam ausgeführt. Wenn aber einer nicht diese Eigenschaften in gehöriger Maße besitzt, folglich zu unserer Gesellschaft nicht tauglich erfunden wird, so heißt es, er habe keine leichte Hand. Und diesen Ausdruck hat man deswegen erwählt, damit man nicht nötig habe, mit solchen in Explikationes sich einzulassen. Zweitens: Orden können die Meister wohl zu Lehrlingen und zu Gesellen erheben und so bald es geschehen, muss soches an alle bekannte Logen gemeldet werden. Sie aber zu Meister zu machen bleibt hiermit ohne den geringsten Abfall auf ewig allen Logen und Machtmeistern verboten. Doch soll auch dieses Verbot ihnen allemal unbekannt bleiben. Dies ist wiederum ein Zeichen einer schweren Hand.
Drittens: die Unterweisung der Gesellen in der Kunst, das ist in unseren Schiffres, soll nicht eher geschehen, als nach dem beschlossen ist, sie zu Meistern zu machen. Dann soll auch allemal ein Meister zugegen sein, auch kein ordentlich Alphabet gestattet werden. Viertens: kein Mitglied soll das Geringste von dem dritten Abschnitt unseres geheimen Teils, oder was nur dahin einschlagen könnte, entweder erfahren als nachdem er wirklich zum Meister gemacht und das Meisterstück abgelegt. Fünftens: kein Meister soll im Geringsten, es sei gegen wem es wolle, folglich auch nicht einmal gegen die Gesellen, sich merken lassen dass unsere Gesellschaft auf die Orden ein Augenmerk habe oder auch er durch die Okulistenrei hinter ihr Geheimwissen gekommen sei.
Sechstens: müssen die Gesellen dahin angewiesen werden, dass sie die Augen aller derjenigen Personen, mit welchen sie umgehen, auf das Genaueste untersuchen, daraus auf die Beschaffenheit des Gemüts schließen, und sich solcher Gestalt instand setzen, dass sie auf Verlangen der Loge ein richtiges Portrait von dem Charakter einer jeden Person, sie sei männlichen oder weiblichen Geschlechts zu machen. Wisse hauptsächlich deswegen, dass man so viel zuverlässiger wissen könne, ob solche Personen in unserer Gesellschat sich schicken oder nicht. Siebtens: kein Meister, auch nicht einmahl eine einzelne Loge, darf das Geringste am gegenwärtigen geheimen Teil unserer Gesetze ändern, wie dann auch keinem als nur einem Machtmeister ein vollständiges Exemplar unserer geheimen Konstitutionen zu haben oder zu führen erlaubet ist. Ein gemeiner Meister darf nur das Nötigste daraus extrahieren. Auch soll
bei keiner Loge mehr als ein Exemplar davon vorhanden sein. Den öffentlichen Teil hingegen mag eine Loge jedoch mit Aprobation aller dazu gehörigen Meister vermehren und verbessern.
Nachdem die Ordenrei auf die Maße wie die Beilage [a] zeigt uns aufgedeckt und besage des englischen Protokolles [b] gegenwärtiges Gesetzbuch zu Stande gekommen, so hat man Folgendes absonderlich allen Meistern bekannt machen müssen. Erstlich: wollen wir die aufgeblasenen Orden in ihren Schranken halten, damit sie wegen ihrer vermeinten Wissenschaft sich nicht überheben und von der Wichtigkeit ihres Geheimwissen nicht mehr so sehr prahlen mögen. Vielleicht auch derselben Neugierigkeit etwas zu tun geben und mit dem Maß, womit sie ande-
re gemessen, anjetzo wieder messen. Unsererseits hergegen zeigen wir, dass sie mit ihren Geschäften uns weder zur Neugierigkeit noch zum Fürwitz zu verleiten vermögend sind. Die sittsamen Orden hergegen sollen uns lieb und wert bleiben. Zweitens: soll durch Ausbreitung unserer Gesellschaft das Geheimwissen der Orden unter der Hand bekannt werden, damit in denen Gesellschaften nicht mehr so viele falsche Urteile und ungereimtes Geschwätze vorkommen mögen. Drittens: wollen wir dadurch den Zulauf der Neugierigen bei den Orden hemmen, mithin die Leistung so vieler unnützer Eide abkehren, dabei aber: Viertens: das Vergnügen haben, dieses Werk allen anderen Menschen auch sogar denen Orden unwissend auszuüben. Fünftens: derjenigen Beruhigung so wird
in Betracht der Ordengeheimwissene vor vielen tausend Menschen voraus genießen uns in aller Stille unter uns allein erfreuen. Littera a. Zuverlässige Alte, doch mit neuen Observationen vermehrte Nachrichten von der Ordenrei.
Es sind schon unter der Königin Elisabeth und nachmals unter Caroli den andern in England Gesellschaften entstanden, deren Glieder sich Orden genennt gar strenge Geheimwissene gehalten, doch aber weil sie mehr Böses als Gutes ausgeübt allemal wieder zerstört worden. Ein in anno 1710
publizierter Traktat gibt davon mehres Licht seit anno 1723, aber da nämlich der Herzog vor Montaigu diesen Einfall aufs Neue bekommen, wie davon der dritte Titel ein mehres Licht gibt, hat die Ordenrei sich weiter und zwar in viele Logen und unter Anführung unterschiedlicher Großmeister ausgebreit. Von der damahligen letzten Einrichtung gibt indessen gegenwärtige Beilage [a] mehrere Nachricht.
Eine gute Loge sollte wohl vier Zimmer haben. Nämlich eins zur Versammlung der Kandidaten, welches außer der Loge und zu welchem niemand der Zugang verwehrt ist, eins zur Präparation so verschlossen und bewacht wird und welches man dun-
kel macht, wenn man den Kandidaten präpariert hat und allein lässt, es sei denn, dass man zu desto mehrer Gemächlichkeit dazu noch ein besonderes haben könne. Eins zur wircklichen Aufnahme und eins zur Deliberation zum Protokollieren und Gesundheitstrinken. Das Erste hat also nichts von der Maurerei. Das Zweite so wie das Folgende bewacht wird, hat Schränke zur Verwahrung der Geräte, Tische und Stühle, auch Nähnadeln, Zwirn, Scheeren, Messer und Anfangslicht, welches alles bei der Präparation unentbehrlich ist. Das Dritte muss seine Tür nach Norden, nur drei Fenster gegen Osten, Süden und Westen, einen Tisch, den man nach dem Vermögen der Loge so prächtig als möglich zu zieren pflegt, gegen Osten, keinen Spiegel auch sonst weder Tisch noch Stuhl haben und außen vor deren Tür stehen zwei Dienerbrüder mit
bloßen Degen, vielleicht auch großen Grenadiermützen, mit Bärenpelz geziert. In diesem geht die Hauptarbeit, nämlich die Aufnahme neuer Brüder, für dabei steht allemal der regierende Meister, welcher Meister vom Stuhl genant wird, allein hinter dem Tisch und vor dem großen Sessel ein Winkelmaß. Wenn Lehrlings- und Gesellenloge ist in den Hals und seinen Schlägel oben im Schurz tragend. Auf dem Tisch liegt das Konstitutionenbuch, eine offene Bibel, darin das siebte Kapitel des ersten Buchs der Könige aufgeschlagen ist. Dann ein Winkelmaß und ein Zirkel, zwei Lichter stehen brennend. Auf beiden Enden befinden sich so viel Frauens- und Mannshandschuh, auch Schürzen als zur Rezeption nötig sind. Von diesem Tisch an bis zum westlichen Ende des Zimmers wird ein langes Wachstuch auf den Boden gelegt, zu dessen beiden Seiten, wenn
die Loge ganz komplett sein soll, zwei Gesellen und zwei Lehrlinge neben einander stehen müssen, so dass der ältere Lehrling an der südlichen und der jüngere an der nördlichen Seite, wo nämlich der Eingang ist, zu stehen kommen. Gerade vor dem wachstuchenen Teppich im Westen, folglich dem Meister vom Stuhl gegenüber, stehen die beiden Aufseher oder Surveillants. Ihre Kleinodien, nämlich der Ältere eine Bleiwaage und der Jüngere ein Lineal oder auch eine Maurerschnur in dem Halse und die Schlägel oder Hammer oben in den Schurz tragend. Die regierenden Meister und Oberaufseher lassen auch wohl ihre Kleinodien auf die Schnappen ihrer Schürzen stecken. Der Band, darin alle Kleinodien, auch die Schlüssel des etwahigen Schatzmeisters sammt denen Kreutzweiß gefassten silbernen Federn des Sekretarii in Ringen getragen werden ist bei jeder Loge besonders, in der sogenannten großen Loge aber
allemal blau und unten am Ende ist er durch den Ring im Triangel übereinander geneht. Alle Meister haben die Hüte auf die übrigen aber stehen unbedeckt, wenn große Meister ist erscheint der Großmeister mit einem ganz breiten blauen gewässerten Bande, der wie ein Ordensband getragen wird, woran ein Zirkel hängt, dessen Spitzen unten mit dem vierten Teil eines Transporteurs zusammen geschlossen sind. Neben ihm steht der Schwertträger, der bei der Zeremonie das bloße Schwert in Händen hat. Das vierte Zimmer hat einen Tisch nach Anzahl der Anwesenden eingerichtet und nach einer mathematischen Figur, öfters wie ein Winkelmaß doch auch bisweilen wie ein griechisches Π gesetzt. Auf diesem stehen Bouteillen mit roten und weißen Weingläsern, die allemal mit dreien im Triangel stehen, gleichwie auch Lichter im Triangel gestellt, nebst Tinte und Fe-
der neben den obersten Platz vor des Sekretarii stelle der regierende Meister sitzt in Osten oben auf einem Sessel bei einem triangulären Tische an der Ecke des Winkels bei einem Π aber in der Mitte des selben der Sekretarius zur Rechten neben ihn. Die beiden Oberaufseher von beiden Flügeln im Westen auch auf Sesseln die übrigen Brüder aber nach der Anciennität auf gewöhnlichen Stühlen.
Wer als ein Fremder oder so genannter besuchender Bruder in die Loge kommen will, muss mit dreimaligem Anklopfen nachdem einer Lehrling geselle oder Meister ist sich melden, worauf der regierende Meister, wenn man zum dritten Zimmer kommt, durch drei Schläge mit dem Hammer auf den Tisch antwortet. Beim ersten Zimmer hingegen wird man nach
einem kurzen Examinieren eingelassen. In jenes kommt man nicht als nach dem man von einen hinausgeschickten Bruder so scharf als möglich examiniert worden, es sei denn, dass man schon vorher als ein echter und wahrer Bruder sei erkannt worden. Wer nun aber rezipiert sein will, muss durch einen Bruder sich proponieren lassen, der für ihn garantiert und sein Pate genennt wird. Über ihn wird ballottiert, und wenn es nicht mit Kugeln oder Zetteln geschieht, so zeigt man nur das Votum Affirmativum mit Aufhebung seiner Hand an. Dieses geschieht in dem vierten Zimmer, nachdem die Loge dergestalt eröffnet worden, dass der regierende Meister den älteren Oberaufseher einige Fragen aus dem Katechismus der Maurerei tut, ihm alsdenn anbefiehlt die Sicherheit der Loge zu besorgen, alsdenn drei Schläge auf den vor ihn stehenden Tisch gibt und
deklariert, dass die Loge geöffnet sei, nämlich die Arbeit ihren Anfang nehmen solle. Die Schließung der selben geschieht auf eben die Art, doch erst in dem erwähnten vierten Zimmer. Die Hauptarbeit nun besteht in der Aufnahme neuer Brüder und hat folgende drei Veränderungen.
Beim Lehrling: da ist zuvor nötig, dass außer dem regierenden Meister zwei Vorsteher oder Oberaufseher (Surveillants), welches Meister sein müssen und davon nur der jüngere als Introdukteur einen bloßen Degen hat, zwei Gesellen und zwei Lehrlinge, also sieben Personen so zu einer vollkommenen Loge gehören zu gegen sind. Ferner ist zwischen sie, nämlich von Westen in Osten bis zu des regierenden Meisters Tisch, ein langes viereckiges schwarzes wachstu-
chenes Teppich auf den Fußboden gelegt, darauf nur mit Kreide, damit man gleich nach der Rezeption alles wieder auslöschen könne, Verschiedenes gezeichnet ist, nämlich eine Wendetreppe von sieben Stufen, gleich darüber ein Viereck mit Mosaiktafelwerk. Der ganze Umkreis des Teppichs ist ein schmaler zackiger Rand, daran nach denen vier Plagis Mundi, die vier Buchstaben E S W N geschrieben sind. Auf der nördlichen Seite eine Säule nach der Ordine Sacra mit Kapitälen von Granatäpfeln, Knäufen und Netzarbeit. Das Kapitäl steht gegen Osten zu und der Fuß nach Westen hin mit dem Mosaikviereck horizontal. Auf der Mitte der Säule ist ein großes I geschrieben und auf der südlichen Seite ist eben dergleichen Säule worauf ein B steht. In der Mitte des Teppichs ein runder mit Strahlen umgebener Stern oder so genannter Komet,
in dessen Zentrum ein G geschrieben, so Gott als den höchsten Baumeister und auch die Geometrie bedeutet. Über diesen Kometen ist ein gleichseitiges Triangel, darin der Anfangsbuchstabe des Namens von der Loge mit drei in ein Triangel gesetzten Punkten geschrieben. Dann findet sich neben und über denen zwei Säulen ein Stützstock, ein Brecheisen, eine Bleiwaage, ein Spitzhammer und ein Schlegel oder so genannter Meisterhammer, weiter oben ein unvollkommener Riss eines angefangenen Hauses, ein viereckiger Mühlstein, der ein Loch hat, auch ein anderer viereckiger Stein von irregulärer Figur. In beiden obersten Ecken gegen Osten Sonne und Mond in der obersten Mitte aber dichte vor dem Tisch ein Winkelmaß, worauf ein zusammengerollter Schurz liegt gezeichnet. Zwei große Wachskerzen auf hohen Leuchtern stehen auf diesem Teppich in beiden Ecken nach Osten zu und ein
dritter in der untersten Ecke nach Norden hin, sodass diese einen rechtwinkligen Triangel machen. Auf des regierenden Meisters Tisch stehen deswegen nur zwei Lichter, weil er selbst das dritte vorstellt. Wann nun der regierende Meister ordnet, dass die Arbeit oder die Aufnahme ihren Anfang nehmen soll, so befiehlt er dem jüngeren Lehrling, dass er den Kandidaten präparieren solle. Dieses geschieht in dem zweiten Zimmer, indem man ihn alle Metalle, sogar Geld, Dosen Schnallen, Knöpfe und Stecknadeln abnimmt, die linke Brust und das rechte Knie entblößt, die Augen verbindet, und allerhand Trostworte zuspricht, die ihm noch mehr Furcht erwecken, Gehorsamkeit und Gelassenheit vorpredigt nach dem Beruf freien Willen, nach dem bisherigem Leben und Wandel der Religion und nach der Absicht, die er bei seinen Suchen gehabt und nach seiner gegenwärtigen Gemütsbeschaffenheit fragt und was
weiter die Geschicklichkeit eines solchen Präparanten gibt. Hierauf nimmt er ihm das Licht weg, wenn sonst nicht eine besondere Kamera Obscura verhanden, lässt ihn dort eine gute Weile allein sitzen und meldet inzwischen bei der Loge an, dass alles gehörig präpariert sei, worauf der regierende Meister befiehlt, dass man den Kandidaten hohle. Dieses geschiehet von den Präparanten mit entblößtem Degen an der Tür des dritten Zimmers, meldet er sich durch dreimaliges Anklopfen. Der regierende Meister antwortet mit drei Schlägen auf den Tisch und es wird aufgemacht. Auch zu drei, vier und mehrmale gefragt, wer da sei, wie sein Name, Geburtsort, Religion, Stand und Amt heiße, was er wolle, ob er einen Beruf habe, einen freien Willen besitze, allen Gesetzen sich unterwerfen wolle, und endlich,
ob er gehörig päpariert sei. Nachdem alle diese Fragen annehmlich beantwortet und bei jeder Antwort die Tür wieder zu gemacht und der Rapport allemal von den Präparanten zum jüngeren Vorsteher, dann von diesem bei jedesmal zu wiederhohlenden drei Schlägen auf die Schulter zum älteren und endlich zum regierenden Meister gebracht, auch eben so die Fragen wieder zurück spediert worden, also der Kandidat eine ziemliche zeit vor der Türe hat warten müssen, öffnet man endlich die Türe und bei seinem Eintritt schlagen alle Anwesenden sich selbst stark auf die linke Brust. Zugleich empfängt ihn in der Tür der jüngere Vorsteher, setzt ihm mit den Worten "Bereitet euch zum Sterben!" den Degen dergestalt auf die Brust, dass der Kandidat die Spitze desselben mit der rechten Hand anfassen, selbe auf der entblößten linken Brust halten, die linke Hand aber in des Vorstehers linken Hand legen. In solcher Stellung um
die Versammlung links um nämlich von der Tür in Norden nach Osten sich einmal herum führen lassen und dann bei dem älteren Vorsteher im Westen bleiben muss. Da dann alle Anwesende sich selbst nochmal auf die linke Brust schlagen. Der jüngere Vorsteher schlägt darauf dreimal dem älteren Vorsteher auf die Schulter und meldet, dass ein guter Freund hier sei, der verlange Maurer zu werden. Der ältere Vorsteher sagts dem regierenden Meister. Dieser lässt über den Beruf freien Willen und dergleichen noch einige Fragen tun und befiehlt so dann, dass man ihn zu ihm bringen solle. Der ältere Vorsteher führt ihn vor des regierenden Meisters Tisch, wofür ein Schurzfell auf den Teppich, und zwar recht auf den gezeichneten Winckelmaß, liegt. Der Kandidat kniet auf das Schurzfell mit dem rechten entblößten Knie und stellt den anderen Fuß, so dass das Bein perpendikular auf den Boden, der Schenckel aber
parallel mit dem Boden und übrigens der Leib gerade sei. Er legt auf Befehl des regierenden Meisters die rechte Hand auf die geöffnete Bibel. Mit der linken Hand aber setzt er die zwei Spitzen des Zirkels, welchen der Meister ihm reichet, auf die bloße linke Brust und schwört dem Meister diejenige Pflicht, nach welcher er ihm, so wie sie in dem zergliederten Freimaurer von Wort zu Wort lautet, vorsagt. So oft der Name Gottes genannt oder etwas Fürchterliches darinne vorkommt, schlägt so scharf als möglich der Meister mit dem Hammer auf den Tisch und alle Anwesenden sich selbst auf die Brust. Wenn dieses geendigt ist und der Kandidat die Bibel geküsst hat, befiehlt der Meister, dass man den neuen Bruder das Licht solle sehen lassen, indem es lange genug sei, dass er dessen beraubt gewesen. Der ältere Vorsteher bindet ihm das Tuch ab und im gleichen Tempo macht man mittelst zwei Kleider-
bürsten und Haarpuder, Calfonium oder Stärke so mit den Händen in die Lichter gespritzt wird, helle und schnelle Flammen und die Degenspitzen von allen Anwesenden stehen in gleichem Tempo rund um den neuen Bruder herum. Darauf heißt der Meister ihn wieder an seinen Ort, nämlich in Westen, treten auf dessen Befehl hin. Auch der ältere Vorsteher unterrichtet wie der als Lehrling zum regierenden Meister hin und wieder zurück gehen müsse. Hat er dieses getan, so überreicht solcher ihm den Schurz, davon die Schnappe in das Knopfloch geknöpft, wird ein Paar Damenshandschuhe für diejenige Person, für welche er die meiste Hochachtung hegt, mit der Ermahnung, dass er sie nicht an eine verächtliche oder liederliche Person gebe, dann ein paar Mannshandschuhe zur Arbeit und sagt ihm, ihr tretet andjetzt in einen Orden, der weit älter und edler ist als der Hosenband
und der goldene Fluss, der nicht streitet mit der Religion, mit der obrigkeit noch mit der Ehrbarkeit. Auch erklärt er ihm die Zeichnung des Teppichs, lässt ihn neben sich treten, küsst und grüßt ihn nach den Kennzeichen, Merckmalen und Worten eines Maures und Lehrlings und lässt ihm diese nach der Reihe auf des Meisters linken Hand herum nachmachen, so dass er am Ende der Zeremonie allernächst bei dem regierenden Meister zu seiner RechteN stehen bleibt. Dann schließt der Meister diese Arbeit und man geht ins vierte Zimmer, um die Gesundheit des Landesfürsten des englischen Großmeisters des deputierten Großmeisters an dem Ort oder Kreise wo die Loge ist, des Meisters vom Stuhl der die Aufnahme verrichtet seiner Vorsteher dann des neuen Brudern und endlich aller Abwesenden Brüder und deren Angehörigen Damens, so man Schwestern nennt, zu trinken, wenn hiernächst alles protokolliert,
wird förmlich und völlig die Loge geschlossen, vielleicht auch eine Mahlzeit gehalten.
Beim Gesellen: hier bleibt die nämliche Einrichtung der Loge, außer dass keine Lehrlinge zugegen sind und eben derselbige Teppich. Der Kandidat wird eben so alle in in seiner beliebigen Kleidungen, Schurz und die weißen Handschuhe anhabend und mit offenen Augen eingeführt, auch um den Teppich zweimal an der Degenspitze herum. Die Aufnahme geschieht eben so wie beim Lehrlinge nur dass er die Worte der Pflicht nicht wiederhohlt, sondern nur von dem regierenden Meister auf die vorherige verwiesen wird und solcher allemal ein Gedenk zu sein kniend mit einem deutlichen ja verspricht.
Beim Meister: ob gleich eine Meisterloge eigentlich nur aus
dreien bestehen darf, so sieht man doch gerne, dass deren mehr und wenigstens fünf versammlet sind. Der Teppich wird alsdenn ganz verändert und wie nicht allein der regierende Meister alsdenn einen Zirkel um den Halse tragen muss, so soll auch auf dem Teppich unter dem Schurz ein Zirkel hinzugezeichnet, hergegen das Winkelmaß am Ende der westlichen Seite nämlich zuerst der künftige Meister zu stehen kommt hingelegt sein. Der Teppich zeigt das Grab Hirams, welches rundum mit Flammen umgeben ist. Die Plagä Mundi nebst der Sonne und Mond, den drei Lichtern, auch den Kometen und den Triangel, worinnen der Name der Loge befindlich. Die Werksteine, die Hammer, die Wagen und die zwei Eisen sind wie bei dem Lehrlingsteppich, dahero nur der erwähnte Zirkel im Osten, dann ein angefangener Grundriss auf einem Zeichnungsbrette, das auch wohl
der Meister auf dem Tische vor sich liegen hat, ein Meißel, ein Totenkopf mit Knochen und oben auf dem Kopf ein Gesträuch von Cassia und neben demselben auf beiden Seiten die zwei Buchstaben M B, unten aber der Buchstabe H, so Hiram bedeutet. Hinzugesetzt sind auch, dass der Teppich nunmehr verkehrt, nämlich nach Westen hin, liegt. Einige Zeichen auch, wohl außer dem Sarg, Totenkopf, Gesträuch und den dreien Buchstaben als die drei Instrumente womit Hiram erschlagen worden nichts darauf. Die Einführung und übrige Zeremonie der Aufnahme geht zu, wie beim Gesellen, außer dass der Kandiat dreimahl herum geführt und wenn er zu letzt als Meister zum regierenden Meister geht beim ersten Schritt von einem Bruder mit dem Stützstocke so von Pappe
nachgemacht auf die linke schulter, beim zweiten Schritt mit dem Spitzhammer auf die rechte und beim letzten mit dem Schlägel oder Meisterhammer gerade vor die Stirne geschlagen wird. Bei dem letzten Schlag wird der Kandidat rücklings und unvermutet zur Erde geworfen, gestreckt auf das Grab Hirams gelegt und sein Schurz ihm über die Augen gedeckt. So lässt man ihn eine Weile liegen und lässt, um ein kleine Geräusche zu machen, die Worte Iackin und Boas jedes besonders herum laufen. Dann befiehlt der Meister, man solle ihn als einen Lehrling aufheben. Der ältere Vorsteher fasst ihn an den Zeigerfinger rechter Hand, der aber durchschlupft und die Bedeutung hat, dass wie Hiram fünfzehn Tage gelegen, die Haut von dem Finger abgegangen und er nicht anders als mit den fünf Punkten der Loge nämlich
Hand zu Hand, Fuß zu Fuß, Knie zu Knie, Wangen zu Wangen und Hand auf den Rücken aufzuheben gewesen. Er meldet daher, dass es nicht angehe und wenn er auch nach Gesellenart ihn an den mittelsten Finger der rechten Hand vergeblich aufheben wollen und solches wiederum mit den Worten angezeigt, dass die Haut die Knochen und die Knochen die Haut verlassen, befiehlt der Meister, man solle ihn als einen Meister aufheben, da er dann mit dem Meistergriffe äemlich mit den fünf Punkten der Loge, so in den kennzeichen der Meister weitläuffiger erklärt wird, so geschwind und so rude als nur möglich aufgehoben wird. Alsdenn lässt der Meister ihn neben sich treten, erklärt ihm die Bedeutung des Meisterteppichs, macht die Historie vom Tempelbau vom Tode des Hirams, küsst und grüßt ihn als Meister. Zum Beschluss befiehlt der
regierende Meister dem neuen Meister, er solle suchen, was verloren gewesen, worauf er reiheherum Zeichen griff und Wort geben und solches dem Meister wiederbringen muss und dieser ruft sodann aus "Freuet euch mit mir! Wir haben gefunden, das verloren gewesen. Amen." welchem die Anwesenden mit "Husei" und dreimaligem Händeklopfen antworten. Wenn hiernächst in dem vierten Zimmer die Gesundheiten getrunken und alles protokolliert worden, wird auch diese Loge förmlich geschlossen.
Generelle Kennzeichen eines Orden sind alle Stellungen, Geberden und Zeichnungen, womit man ein Quadrat, Triangel, Zirkel oder perpendikulare Linie anzeigen kann, zum Exempel einer streicht sich
mit einem Finger an die Nase, gegen die Stirne zu gerade herauf oder mit der ganzen Hand das Gesichte herunter, so macht er perpendikulare Linien. Einer setzt die Hand in die seite, so macht er einen Triangel. hierher gehört auch, dass man in öffentlicher Loge, wo man die Gesundheit der abwesenden Brüder trinken will, dadurch ein Zeichen gibt, dass man beim Trinken drei Tempo macht und beim Absetzen mit dem Glase an den Okulisten gleichsam einen Zirckelschlag tut, über dem hat jede Stufe ein Zeichen, ein Merkmal oder Griff und ein Wort. Der Lehrling streicht sich mit den vier Fingern der rechten Hand über die Kehle, hält dabei den Ellenbogen ein wenig hoch und lässt hernach die Hand auf die rechten Falten des Kleides fallen, so dass sie als ein Perpendikul einer Uhr ein
wenig sich hin und her bewege und das nennt man das Zeichen. Der Griff besteht darin, dass man mit einem anderen den rechten Fuß parallel und ganz dichte, jedoch verkehrt zusammen setze und ihm ordentlich die rechte Hand gebe, mit dem Daumen aber des anderen großes Gelenke des ersten oder Zeigefingers scharf drücke. Das Wort, welches auch zuweilen gleich buchstabiert wird, ist akin nach der ersten Säule des Lehrlingsteppichs. davon in dem siebten Kapitel des ersten Buchs der Könige Meldung geschieht. Beim Anklopfen in die Loge meldet ein Lehrling sich mit drei Schlägen mit dem Finger an die Tür, davon die ersten zwei geschwind und der letzte nach einer Pause geschieht. Das GesellenzeicheN ist, dass man mit der rechten Hand sich selbst an die Brust schlage, als welches
auch jedesmal beim Eintritt in die Loge oder wenn man mit dem regierenden Meister sprechen, oder sonst jemand grüßen und seine Ehrerbietung bezeigen will, gebraucht wird. Der Griff ist so wie beim Lehrling, außer dass so dann das große Gelenk des zweiten oder Mittelfingers gedrückt wird. Das Wort ist "Boas", kann wie voriges buchstabiert werden und ist von der zweiteN Säule hergenommen. Beim Anklopfen an die Loge hält ein Geselle einen Takt beim ersten Schlage inne und tut die beiden letzten geschwind hinter einander, wie eine Wachtel schlägt oder man "dic cur hic" sagen wollte. Das Meisterzeichen, so aber nicht leicht anders als in der Meisterloge oder höchstens bei schon erkannten Meistern gemacht wird, ist, dass man das Geselenzeichen an die Brust gebe und in
eben dem Tempo zwar den Daumen an der Brust lasse, allein die flache Hand und die vier Finger solchergestalt in die Höhe hebe, dass solche mit dem Fußboden parallel kommen, dabei man die Augen und den Kopf gegen den Himmel hebt. Der Meistergriff oder die fünf Puncte der Loge bestehen darin, dass einer sein rechtes Bein neben des anderen rechten Bein dergestalt anschließe, dass die Füße wiewohl verkehrt parallel und dichte aneinander kommen, hiernächst die linken Wangen aneinander geschlossen, die linken Hände auf des anderen Rücken gelegt, die rechten aber einander dergestalt gegeben werden, dass mit dem Daumen und dem kleinen Finger imgleichen mit dem Zeige- und dritten Finger des anderen Hand umklammert, der mittelste Finger aber allein in des anderen Rascette feste eingedrückt wird. Bei Ausübung
dieses Griffs zischt man einander ganz leise in das Ohr das Meisterwort "Macbenah" oder auch nur M B so einige auslegen der Meister ist erschlagen, andere aber, dass es das Schlupfen bei vergeblicher Aufhebung des neuen Meisters bedeuten solle. Beim Anklopfen tut ein Meister drei Schläge mit dem Finger im gleichen Takt langsam und gravitätisch. Will man behutsam und sicher examiniren, als welches hauptsächlich nötig ist, wenn Fremden, die man besuchende Brüder oder Visiteurs heißt in die Loge gelassen zu werden begehren, so hat man viele und mancherlei Fragen, davon die meisten in dem zergliederten Orden oder so genannten Catechismo befindlich sind, zu beantworten. Zum Exempel: was sah der Bruder, als er zum ersten Male in die Loge kam? Antwort: nichts (denn die Augen waren verbunden). Was war es
für Wetter? Gut, weil nichts als Brüder zugegen waren. Wo steht die Loge? Auf einem hohen Berge oder in einem heiligen Tal, wo kein Hund bellt, kein Vogel singt, keine Frau spricht. Was für Rekommendation bringt ihr mit? Die Brüder grüßen euch durch drei mal drei. Seid ihr ein Maure?r Alle rechtschaffenen Brüder erkennen mich dafür. Was hat es euch gekostet? Ich habe mein Schurzfell gelöst. Was gab euch der Meister da für Arbeit? Wo war der Meister im Osten? Wie alt ist der Bruder, über sieben oder unter sieben? Nachdem einer Meister oder Geselle ist. so dann lässt man auch buchstabieren, nämlich beim Lehrlingswort sagt einer nachdem er die Beantwortung auf den anderen zurück geschobeN I, der andere A, der erste wieder K, und so weiter, endlich der eine "ja" und der letzte "kin". Eben so wird es auch beim Gesellwort gehalten.
Beim Meisterwort aber fällt es nicht mehr vor. Die allersichersten Kennzeichen aber sind, dass man von dem Fremden die ganze Zeremonie der Rezeption sich erzählen und auch zeigen lasse, wie er als Lehrling, Geselle und Meister zum regierenden Meister gehen müsse, zu welchem letzten Behuef folgendes zu wissen nötig ist. Ein Lehrling muss bei der Aufnahme seine Füße dichte neben und aneinander, so wohl die Spitzen als die Absätze, und zwar auf der gezeichnet so genannten Wendeltreppe auf den Teppich stellen, dann die Füße einen um den anderen auf die sieben gezeichneten Stufen, nur wenig in beständiger Parallele fortschieben, darauf aber drei ordentliche Schritte, dergestalt mit dem rechten Fuße tun, dass sie bei jedem Tritt wieder zusammen und in die Stellung kommen.
Ein Geselle muss zwar die Füße auch dichte zusammen stellen, allein nicht parallel, sondern damit einen rechten Winkel machen, wie ein umgekehrtes römisches L, so dass der rechte Fuß gerade vor sich, der linke aber gerade nach Norden zu stehen kommt, zu welchem Ende auch bei der Gesellenrezeption ein Winkelmaß gerade vor dem tisch liegt, welches beim letzten Tritt und wenn er mit den Füßen gerade dagegen tritt nunmehr zugeschlossen ist, und ein Quadrat formiert. Bei der Meisterrezeption hergegen wird ein höltzernes Winkelmaß beim Antritt gelegt, danach er sich richten und auf Befragen, wie er zum Meister gemacht worden sei, die ordinäre Antwort geben kann, dass er vom Winkelmaß zum Zirckel oder Kompass geschritten sei, welcher letztere bei der Meisterrezeption gerade vor dem Tische in natura liegt.
Ein Meister macht eben die Stellung und auch so viele Schritte, doch muss er umwechseln, nämlich erst mit dem rechten Fuß, dann mit dem linken und endlich wieder mit dem rechten antreten, auch nicht in gerader Linie, sondern im Zickzack gleichsam taumelnd, weil der Meister hiran im Ausgehen erschlagen worden. In öffentlichen Gesellschftenen gibt man mehrenteils nur allgemeine Ordenzeichen und wartet zu den Lehrlings-, Gesellen- oder Meisterkennzeichen wenigstens eine sichere Gelegenheit ab. Griffe und Worte werden niemals als in der Stille gegeben. Wst es nötig als Lehrling, Geselle oder Meister sich von Weitem zu erkennen zu geben, so muss man es wenigstens sehr subtil machen, als Lehrling sich an dem Halstuch oder Kinn streichen, als Geselle etwa auf der Brust gelegentlich
mit der rechten Hand fahren, und als Meister etwa einen Ring, den man auf dem Finger hat, besehen oder auch nur die Augen gleichsam seufzend gegen Himmel schlagen. Im Schreiben gibt man sich zu erkennen, dass man im Text oder bei der Unterschrift Triangel und Quadrate anzubringen sucht, darin auch wohl das Datum einschließt, von welchem letzteren man die Figur wie einen arithmetischen Bruch macht, nämlich die Zahl des Monats oben und die Zahl des Tages unten setzt und in der Jahreszahl anstatt eintausend fünftausend nimmt. Beim Schluss empfiehlt man sich gewöhnlich dem sehr ehrwürdigen Bruder durch drei mal drei und meldet noch wohl dazu, dass man bei nächster Gelegenheit seine Gesundheit trinken wolle mit allen Ehrenbezeugungen der
edlen Freimaurerei.
Nachdem viele falsche Brüder sich eingeschlichen und sonderlich in anno 1745 der Traktat unter dem Titel das entdeckte Geheimwissen der Orden und mopsen Gesellschaft noch mehr Gelegenheit dazu gegebeN, so ist man darauf gefallen in jeder Loge ein besonderes Kennzeichen und Wort einzuführen, welches niemandem gegeben wird, als dem, der darin aufgenommen ist, dennoch aber an alle Logen insgeheim kommuniziert wurde, damit man daraus erkenne, ob die Antwort des besuchenden Bruders richtig sind oder nicht. Wenn nun ein besuchender Bruder in eine Loge gelassen
zu werden begehrt, so wird er bald im Anfange befragt, in welcher Stadt oder Loge er aufgenommen worden, und wenn er solches angezeigt, so muss er das Zeichen und Wort von der genannten Loge abgeben, als ohne welches er in keine Loge gelassen wird. Hingegen soll dieses auch niemals anders als bei dem Eintritt in die Loge gefodert werden. Es hat zum Exempel die berlinische Loge zum Zeichen, dass einer den Zeigefinger der rechten Hand auf den mund legt, anzuzeigen, dass er ein ewiges Stillschweigen versprochen habe. Das Wort ist aus dem griechischen genommen und heißt "Tecton". Die frankfurter Legt legt zum Zeichen den mittelsten Finger auf das rechte Auge und zugleich den Daumen an das Ohr. Das Wort heißt "Archimedes". Die marburger Loge stützt zum Zeichen das Kinn mit dem Zeigefinger der rechten Hand. Das Wort heißt "Solon".
Der regierende Meister gibt Erlaubnis zu reden und befiehlt alles. Wenn aber ungewisse Dinge vorkommen oder über eine oder andere Aufnahme deliberiert wird, wird per Plurima Vota dezidiert. Der regierende Meister heißt tres venerable, die übrigen Meister und Oberaufseher aber tres respectables. Wenn die Gesundheiten in Zeremonie getrunken werden, befiehlt der Meister: "Ladet euer Gewehr! Ergreift das Gewehr! Schlagt an Feuer! (feu et bon feu)" Der Wein heißt das Pulver und man fodert weißes oder rotes Wasser. Oder Bier nennt man gelben oder weißen Sand.
Die Gläser heißen Kanonen und sind gemeiniglich mit doppeltem oder ganz aus einem Stück gemachten starken Füßen versehen. Wenn der Meister eine Gesundheit anfängt, kündigt er solche unter drei Hammerschlägen an und die beiden Oberaufseher wiederhohlen sie sowohl mit der Benennung als mit den Schlägen. Übrigens müsseN diejenigen so Gesundheiten trinken allemal aufstehen und dann benennt jeder die Gesundheit durch drei mal drei, trinkt in drei Tempo aus, hält alsdenn das Glas gerade vor sich, dann geschwinde und dreimal nacheinander das Glas an die linke, hernach an die rechte Brust und wieder vor sich, endlich aber auf drei Tempo senkrecht auf den Tisch stark nieder. In der ersten Meisterloge stößt man das Glas dreimal nacheinander auf den Tisch und macht
den Stoß durch hin und herwackeln allemal dreifach. Dann klopft alles dreimal in die Hände und ruft dreimal "Husei", das ist Vivat. Derjenige, dessen Gesundheit getrunken wird, bleibt sitzen und muss sich hernach allein bedanken. In der Loge dürfeN weder Religionskontroversen noch Staatsstreitigkeiten noch Prozesssachen noch Personalhändel fürgebracht, keiner anders als Bruder genennt, am allerwenigsten geflucht, gelästert oder unehrbahr geredet werden und man straft die Kontravenienten mit Gelde so zur Armenbüchse kommt. Länger als zwölf Uhr des Nachts darf die Loge nicht zusammen bleiben. Wenn man in einer öffentlichen Gesellschaft einen, der unvorsichtig spricht, will schweigen ma-
chen, sagt man es regnet. Daher man auch zur Präkaution, wenn man in einer Gesellschaft nicht weiß, ob sie alle Maurer sind oder nicht, fragt was es für Wetter sei. Die Antwort ist gut oder böse, nach Befinden der Umstände. Die Einladung zur Loge geschieht entweder durch Expresse auf einem Halbogen in Kupfer gestochene Invitationen, darauf viele Maurerzierraten und das Wappen der Loge befindlich ist, oder auch mit einem dreieckigen Kartenblatte, darauf zum Exempel geschrieben ist "außerordentliche Meisterloge", dabei auch in einem Triangel der erste Buchstabe des Logennamens geschrieben, auch wohl das Wirtshaus und die Stunde der Zusammenkunft angezeigt werden kann.
Ist eine Mahlzeit, so wird solche doch niemals in der Meisterloge (weil sonderlich selten freie Servans der Meister sind zu finden), sondern gemeiniglich nach dem diese geschlossen und die Gesellenloge geöffnet worden, eben so wie bei ordinären Mahlzeiten und zwar am besten im Rezeptionszimmer gehalten, damit während dem Protokollieren, Deliberieren, Gesundheitstrinken und dergleichen, so im vierten Zimmer geschieht alles ohne Hinderung geräumt und alles wieder bereitet werden könne. Doch nimmt man gern die hohen Kerzen mit auf den Tisch, stellt die übrigen Lichter im Triangel zu drei und drei und legt auch Messer und Gabel im Triangel oder auch rechten Winkel. Der Meister sitzt oben an die besuchenden Brüder neben ihm und die übrigen nach der Ancienni-
tät. Dabei werden öfters allerhand Lieder zu Ehren der Ordenrei gesungen. Bei einem aber besonders, so sich anfängt "Frères et Compagnons" und zwar bei dessem letzten Verse, da es heißt "joignons-nous mains en mains" gibt man sich Rund um die Hände, so dass der Nachbar zur Rechten die linke und der Nachbar zur Linken die rechte Hand bekommt und die ganze Gesellschaft solchergestalt eine geschlossene Kette formiert. Die Unkosten, die Wappen, die Medallien und dergleichen Dinge, mehr wie auch die Farben des Bandes, womit auch öfters die Schürzen eingefasst, vielleicht auch mit dergleichen färbigen Taft gefuttert werden, sind bei allen Logen unterschieden.
Der Grad eines schottischen Meisters ist eine ganz neue Erfindung und weil mehr als eine Loge daran gearbeitet, so sind die Zeremonien der Aufnahme unterschiedlich. Zum Exempel:
a) Die französische Loge besteht in folgenden: Der Teppich hat in der Mitte den funkelnden Stern, worinnen ein großes I geschrieben ist, Sarg und Totenkopf an der Seite, Sonne und Mond, das Allerheiligste, die Arche Noah, die Bundeslade, den Strauch der Akazie, das Eherne Meer auf den zwölf Rindern, den babylonischen Turm und dergleichen mehr. Die Loge soll mit dreimal 27 Schlägen eröffnet werden und die meisten Verrichtungen geschehen durch drei mal drei, gleichwie auch drei mal drei Lichter. Auf dem Teppich stehen der Kandidat nachdem er neun mal
herum geführt worden, wird befragt was er begehre und antwortet ins Allerheiligste zu gehen. Der Meister findet darauf nötig, dass er zuvor nach Art der Leviten gereiniget werde, welches dann also auch auf solche Maße geschieht, dass man ihm einige Tropfen Wasser auf den Kopf fallen lässt. Der Zierrat besteht aus einer weißeN Schürze, so rot unterfuttert und die eine Hälfte blau, die andere aber gelb eingefasst ist. Über dieses wird auch ein breites, ponceau farbenes, gewässertes Band über die Achsel von der linken zur rechten getragen, daran unten ein goldenes Triangel eingeknüpft ist. Der Gang eines schottischen Meisters ist mit dem Gange eines ordentlichen Meisters einerlei, außer dass bei jedem der drei Schritte ein Bein muss schwebend und
zwar im Triangel gehalten werden. Das Wort zum Eintritt oder die Lösung (le mot de passe) heißt "Jaquinet" oder "Gabanon". Das Zeichen eines schottischen Meisters ist anfangs wie das gemeine Meisterzeichen in demselben Tempo, aber hebt man die Hand bis vor die Stirne, so dass der Daumen an die Stirn gesetzt und die vier Finger gerade in die Höhe gestreckt werden. Der Griff besteht darinnen, dass einer dem anderen zu gleicher Zeit unter die Ellenbogen fasse und also festhalte. Das Meisterwort heißt "Jehova". Der Katechismus besteht in folgenden Fragen und Antworten: Seid ihr ältester Bruder? Ich mache mir eine Ehre daraus es zu sein. Wo seid ihr aufgenommen worden? Unter den Akazien im Allerheiligsten. Was habt ihr gesehen beim Eintritt
in den Tempel? Ein großes Gefäß von Erz ruhend auf zwölf Rindern, deren drei gegen Morgen, drei gegen Abend, drei gegen Mittag und drei gegen Mitternacht stehen. Wozu diente dieses? Um die Leviten zu reinigen, bevor sie in den Tempel gingen. Woran soll ich erkennen, dass ihr ein ältester Bruder seid? Ich kenne den Buchstaben I und den Buchstaben G. Wie viel ist die Uhr? Hoch Zwölfe oder hoch Mitternacht. Warum macht ihr das Zeichen an der Stirn? Weil der hohe Priester, als er in das Allerheiligste gegangen, dieses gemacht hat, als Gott in der Wolke hernieder fuhr. Warum tragt ihr das Blaue und das Gelbe in dem Orden? Weil die Wolke darinnen Gott dem Moses erschienen, als er ihm die zehn gebote gegeben, blau und gelb gewesen ist. Warum wird der
funkelnde Stern so sehr verehrt in dem Orden? Weil durch dessen Schein der ehrwürdige Meister hieram wiedergefunden worden, da nämlich die frische aufgeworfene Erde erblickt worden. Was bedeutet das Meisterwort, welches "Gabanon" heißt? Dieses ist die Lösung des Meisters, wenn er in die Loge tritt. Warum habt ihr ein Winkelmaß und was bedeutet es? Dass das Allerheiligste also gebaut gewesen. Wo hielte sich der König Salomo auf? Im Tempel beim Eingange im rechten Winkel. Als ein besuchender Bruder was sieht man im Allerheiligsten? Die Bundeslade und nach der Bundeslade den babylonischen Turm. Wo hielten sich die Lehrlinge auf? Im Tempel. Wo standen die Meister? In der Stiftshütte. Wo hielten sich die eifrigen oder ältesten Brüder auf? Im Allerheiligsten. Warum
verehrt ihr besonders die Akazie? Weil das Grab Hirams des ehrwürdigen Priesters mit einem Zweig von der Akazie bezeichnet war. Was bedeutet das 🝓? Gott, der weder Anfang noch Ende hat. Was bedeutet das Triangel? Die Dreifaltigkeit oder Einigkeit der Brüder. Was bedeutet der Griff am Ellenbogen? Dass die Brüder einander unterstützen sollen. Wie weit seid ihr gekommen? Bis an den Ellenbogen. Woher kommt das wort "Gabanon"? An dem Fluss Gabano hatte das Heer derer vom Stamm Juda das eine Ufer und das Heer derer vom Stamm Israel das andere Ufer besetzt. Die ersten erschlichen die Lösung der anderen, welche war Gabano. Allein der General der Israeliten erfuhr solches durch seine Spionen, veränderte sie
in das Wort "Gabanon" und befahl den Wachen der Brücken nur diejenigen frei gehen zu lassen, welche das Wort "Gabanon" abgeben würden, diejenigen aber nieder zu machen, welche "Gabano" sagten.
b) Die in Deutschland üblichen schottischen Logen haben größtenteils, wo nicht vollkommen nachfolgende Einrichtung und Zeremonien. Sie bestehen ordinär aus zwölf bis sechszehn Personen und schottischen Meistern, zu welcher Würde über dem Ehender niemand gelangen kann, als bis ein Meister und Mitglied der schottischen Loge, entweder durch den Tot oder dass er sein Domizil in ein anderer es Territorium nehme, wovon aber die reisende und auswärtigen Kandidaten, welche sich etwa angeben zu examieren wären. Ein schottischer Meister muss in den drei ersten Stufen als Lehrling, Kompagnon
und Meister bereits einige Zeit schon aufgenommen sein, auch sich als ein redlicher, echter Maurer aufgeführt und daher als Beamter gearbeitet haben. Wann ein Kandidat zu schottischeN Logen bei einem schottischen Meister sich angiebt und rezipiert zu werden verlangt, wird solches der sämmtlichen schottischen Loge vorgetragen und so dann dessen Leben und Wandel, Qualitäten und übrigen Umstände gar genau überlegt, worauf dann votiert wird, ob man den Kandidaten sehen, fragen und erforschen wolle. Geht dieses durch, so wird demselben eine Zeit gesetzt, worinnen er sich in einer ordinären Meisterloge anfinden muss, alwo er bei seinem Erscheinen von allen und jeden schottischen Gliedern aus den drei ersten Stufen examiniert und darauf aus der Loge bis auf ferneren Bescheid dimittiert, worauf
dann die schottische Loge eingerichtet und wegen des Kandidaten nochmalige Deliberation angestellt und falls er von allen anständig erfunden und durch einhellige Stimmen abermals erwählt worden, dessen Rezeption beschlossen und zu Protokoll genommen wird. Die Einrichtung der inwendigen schottischen Loge besteht in Zubereitung des Tisches, welcher nach dem Rezeptionszimmer ins Quadrat proportioniert und mit grünem Tuch cosiant oder rasch bis auf die Erde umhangen sein und wo möglich in OsteN stehen muss. Auf diesem Tisch befindet sich die Bibel, auf beiden Seiten des Tisches vier weiße Wachslichter in Form eines Quadrats, ein Schlachtschwert, ein Gefäß mit Öl, worin allerhand Kräuter liegen, eine Schale mit Brunnenwasser. Der Tapis ist folgendermaßen
oben. an beiden Eckseiten sind Wolken gezeichnet, aus welcher jeden eine Hand mit einer Fahne sich präsentiert. auf der rechten steht der Buchstabe I, auf der linken A. In den Bahnen in der Mitte steht das Allerheiligste, nebst dem Vorhang auf der rechten Hand der Berg Sinai. In der Mitte sind vier Kreise und vier Quadrate, welche wechselsweise um einander herum gezeichnet, worauf vier gebrochene Säulen kreuzweis in Form eines Andreaskreuzes gezeichnet sind, welche die Rudera Tempel vorstellen sollen. Im Zentrum oder auf jeder der vier Säulen steht ein großes I, letzterem falls aber steht der Buchstabe G im Kometen, linker Hand die Bundeslade, rechter Hand der Kasten Noahs, auf der einen Seite das Grab Hirams mit Flammen und der Akazie, das irdene Meer mit
den zwölf Rindern, unterwärts der Komet und die Tafeln Moses, vier große Lichter auf dem Tapis Nota. Der Tapis ist ebenmäßig quadratisch. Wann nun die schottische Loge auf beschriebene Art eingerichtet, der Tapis verfertigt und die schottische Loge sich versammelt, so wird in der selben des Kandidaten Person, Qualitäten, Mittel und gute Aufführung ganz genau nochmal überlegt und wo nichts dabei zu erinnern, wird er nochmal von dem Meister der schottischen Loge proponiert und über selbigen alsdenn ballotiert. Bei Erhaltung aller Stimmen aber wird er in ein Nebenzimmer geführt und darauf eine halbe Stunde alleine gelassen, hierauf aber Rock, Camisohl ausgezogen, der Kopf entblößt und wird ihm ein Strick um den Hals gebunden, worinnen vier Knoten auf eine gewisse Art
geschürtzt zu befinden. Die Loge wird indessen von den zwei Meistern in und auswendig gedeckt und zwar auf folgende Art, dass einjeder in beiden Händen einen Degen hält, davon der linke zur Erde gerichtet, der in der rechten Hand aber in die Höhe gehalten wird. Hierauf wird der Kandidat vor die Tür der Loge geführt, mit der rechten Hand an dessen linken Ellenbogen, mit der linken aber an den Strick gefasst. Es wird mit dem ordinären Meisterklopf angezeigt, dass der Kandidat zur schottischeN Loge sich vor der Tür befinde, worauf durch den jüngsten Oberaufseher gefragt wird, wer draußen sich vor der Loge befinde, was er verlange, wie sein Name wäre, wie lange er als Geselle, Lehrling und Meister gearbeitet, ob er als
Meister vom Stuhl oder Beamter schon Dienste getan, was er verlange, ob er sich mit Pflichten verwand machen wolle, künftig als schottischer Meister die Geheimwissenen zu bewahren und seine künftign Brüder mit Rat und Tat beistehen wolle. Wann nun der Kandidat hierauf gebührend geantwortet, in die Loge gelassen und dem ältesten Oberaufseher überliefert, welcher ihn auf bemeldete Art an den Strick und Ellenbogen in Empfang nimmt und nachdem ihm von dem schottischen Großmeister noch einige Fragen geschehen, muss er vier Touren um die Versammlung machen, während welcher die vierlei Wörter der Stufen stille herumgehen, auch die Hammerschläge bei jeder Tour angebracht werden. Nachdem er nun weiter gefragt, was er begehre und geantwortet, in das Allerheiligste zu gehen, wird er
nach Art der Leviten mit einigen Wassertropfen so auf den bloßen Kopf getreufelt werden, purifiziert. Hiernächst tritt er mit den ordinären Meisterschritten zum Meister, wird nachdrücklich auf die vorherigen Pflichten verwiesen, beteuert solches kniend mit Auflegung der Hand auf die Bibel, da das Kapitel des Buchs Moses aufgeschlagen ist, tritt dann wieder auf vorherige Art zurück, doch nur bis auf die Mitte des Teppichs, kniet auf die Rudera Tempel und wird von dem für getretenen Meister mit dem Schwert und zwar in vier Schlägen auf den Rücken, so in Form eines Andreas Kreuz gezogen werden. im Namen erstlich des allerhöchsteN Baumeisters, zweitens des heiligen Andreas (dessen Tag auch anstatt des Johannes Tages nunmehr gefeiert wird), drittens des schottischen Großmeisters, viertens der ganzen
schottischen Brüderschaft wircklich zum Ritter geschlagen und nachher gesalbt. Darauf muss der neue schottische Meister bis an das Ende des Teppichs zurück gehen und nach vorgängiger, von dem Oberaufseher geschehener Anweisung, welche mit dem linken Fuß anheben und den rechten oben an die Waden schlagend und dann so gleich gestreckt und solches mit dem rechten ebenmäßig, doch mit dem linken anschlagend und dann gestreckt noch zwei Mal und also in allen vier Mal wiederholt wird, muss er sich dem Meister nähern, der ihm in Zeichen, Griff und Wort unterrichtet, solches ihm rund herum machen, lässt den Teppich, die Gesetze, Historien und Katechismus erklärt und zuletzt vier Gaben, nämlich vier Stück zu Allmosen, vier Stück dem schottischen Großmeister, vier Stück der Loge und vier Stück der gegenwärtigen Brüderschaft entrichten lässt. Der Zierat besteht in einer
viereckig geschnittenen und mit einer viereckigen Klappe versehenen weißen, grün eingefassten und gefütterten Schürze, worauf mit grünem Bande vier Säulen in Form eines Andreaskreuz geneht und deren Kapitäler, in dessen vier Ecken mit Rosen von grünem Bande angedeutet worden, in einem kleinen Kreuz weiß gemachten Ordenszeichen so an einem grünem Bande im Halse getragen wird und welches auf der einen Seite den gekreutzigten Andreas und auf der anderen die Rudera Tempel hat, wie sie auf den Tapis zu sehen, mit der Unterschrift "Dulcia post amara". Zum Zeichen legt man die rechte Hand auf die linke Brust und neigt dabei den Kopf ganz langsam und so stark als möglich in die Höhe und die Augen gegen Himmel, gleich wie auch die Hand mit ausgestreckten Fingern in gleicher Höhe mit dem Kopfe aufgerichtet wird.
Der Griff ist am Ellenbogen, wobei noch diese Diffrenz zu bemerken, dass dieses Zeichen von einigen mit der rechten, anderen aber mit der linken gegeben werden. Das Wort ist "Adonai", das Wort der Loge "Jehova". Die Fragen und Antworten sind: Seid ihr ein schottischer Meister? Es wehrt mich niemand in das Allerheiligste zu gehen, wenn ich will. Wo seid ihr aufgenommen worden? In dem Allerheiligsten unter der Akazie. Was habt ihr im Tempel Salamonis gesehen? Die Bundeslade und das Meer auf die zwölf Rinder. Wozu ist das Meer gebraucht? Die Leviten zu reinigen. Wodurch seid ihr zum schottschen Meister geworden? Durch die Hilfe Gottes, das Quadrat und meinem eigenen Fleiß. Woran erkennt man, dass ihr ein schottischer Meister seid? Ich weiß die Bedeutung der Buchstaben I und A. Ich beschwehre euch, dass ihr mir das Meisterwort gebt.
Dieses ist viel zu heilig, dass ich euch solches geben kann. Gebt mir es erst. Gebt mir den ersten Buchstaben, so will ich euch den anderen geben. I. Wie seid ihr zur schottscheN Loge gekommeN? Durch Eifer, Liebe und unverdrossener Arbeit. Was hofft ihr bei dieser schottischen Loge zu erhalten? Den herrlichen Nutzen, welchen viele echte schottische Meister erhalten haben. Überhaubt ist noch dieses zu melden, dass alle in der schottischeN Loge vorzunehmende Handlungen allemal in vier Tempo gefasst werden.
c) die berlinischen und braunschweigischen Logen haben nunmehr einerlei und teilen auch ihre Einrichtungen des nächsten Nachbaren mit. Sie bestehen in folgendem. Der Teppich hat die meisten Zeichnungen von der ordinären Meisterloge und keine anderen Zusätze als die so genannte Rudera Tempel und den Grund-
riss des Allerheiligsten. Der Sarg ist nebst dem Totenkopfe der Akazie und dem Knotenstricke an dem Rand des Teppichs nach mittagwärts gezeichnet. Die Loge ist wie die vorher beschriebene, allgemeine deutsche eingerichtet, ingleichen der Zierrat, der Gang, der Griff und das Wort "Adonai". Hergegen ist das Zeichen mit der Hand aus der französischen Loge angenomen, da nämlich die Hand an die Stirne über die Augen gehalten wird. Die ganze Rezeption ist aus dem Katechismus. So hiernächst folgt zu ersehen, Fragen und Antworten: Wo kommt ihr her? Aus der allerheiligsten Loge des heiligen Andreas. Was für gute Zeitungen bringt ihr mit? Heil und Wohlfahrt. Dem sehrerhabenen (tres sublime) Meister dem sehrehrwürdigen (tres venerables) Beamten und den sehr hochansehnlichen (tres respectables) Mitgliedern dieser
richtigen und vollkommenen Loge durch die allerhöchste Zahl. Zu was Ende kommt ihr hier? Ich komme mit meinen Brüdern, den Rittern von Sankt Andre mich zu erquicken und um ihre Kenntnisse in der schottischen Maurerei mir zu Nutze zu machen. Seid ihr ein schottischer Meister? Ja, ich habe diese Ehre. Alle rechtschaffenen schottischen Brüder erkennen mich dafür und beehren mich mit ihrer Gewogenheit. Wie soll ich erkennen, dass ihr schottischer Meister seid? Durch richtige und gründliche Beantwortung der Fragen, die ihr mir diesen Orden betreffend tun werdet. Ist dem also, so sagt mir, wo ihr zu der Würde eines schottischen Meisters gelanget seyd. In einer regelmäßigen, versammelten Loge von schottischen Meistern. Was macht eine solche Loge aus der Meister? Die beiden Oberaufseher und der Sekretarius. Wer führte
euch an die Tür des Allerheiligsten? Ein schottischer Meister. Warum befragte er euch um die Zeichen, Merkmale und Worte eines gemeinen Meisters, nachdem ihr diesem ein Genügen geleistet? Was tat er ferner? Er stattete seinen Bericht ab. Was tat er ferner? Er verband mir die Augen und legte mir einen Strick um den Hals. Wie wurdet ihr eingeführt? Durch vier starke Schläge. Was machte man mit euch nach dem Eintritt? Der jüngere Oberaufseher übernahm mich, ließ mich drei Kreise um das Firmament und einen um den Mittelpunkt machen und übergab mich so dann dem älteren Oberaufseher durch vier starke Schläge. Was forderte dieser von euch? Er fragte mich, wer ich sei und was ich begehre. Als darauf der jüngere Oberaufseher geantwortet hatte, dass ich ein Meistermaurer sei und sehnlich verlangte in dem schot-
tischen Meistertum aufgenommen zu werden, auch der älteste Oberaufseher davon Bericht erstattet hatte, befahl ihm der Sehrerhabene mich zu belehren, wie ich als schottischer Meister mich stellen und hiernächst dem Sehrerhabenen mit vier starken Schritten mich nahen müsse. Nachdem dieses geschehen, was tat der Sehrerhabene? Er setzte mir den bloßen Degen auf die Brust und befahl mir, die Hand auf die Bibel zu legen. Was tat ihr in dieser Stellung? Ich legte die Pflicht eines schottischen Meisters ab. Wollt ihr wohl dieselbe wiederhohlen? Von Herzen gerne. Ich mache mir daraus eine Ehre. So sagt sie dann, ich bitte euch Nota. Nachfolgender, vollkommener Eid ist nur in der berlinischen Loge, in den meisten anderen aber nicht, üblich, statt dessen die Kandidaten nur auf die vorhin schon geleisteten Pflichten verwiesen werden. Wo hergegen der Eid wircklich geleistet wird und
etwa die Brüder bei der Rezeption sich zu setzen gewohnt sind, müssen sie bei der Leistung oder Erzählung des Eides allesamt aufstehen. Die Pflicht: Ich gelobe und verspreche in Gegenwart des großen Baumeisters, der ganzen Welt und dieser sehrerhabenen Versammlung unter eben derselben Verpflichtung, die ich bei meiner ersten Aufnahme geleistet, dass ich verschweigen und bewahren will alles, was ich von dem Geheimwissen der schottischen Loge etwa schon wissen oder ab jetzt noch erfahren möge. Ich verspreche, niemals davon, was es auch sein möge, zu entdecken, so wenig einem Fremden als einem gemeinen Maurer, der nicht die Ehre hat, ein schottischer Meister zu sein. Ich verspreche, niemals ohne besondere Erlaubnis dieser richtigen und vollkommenen Loge, darin ich aufgenommen zu werden, die Ehre habe, in welchem Teil der Welt es sein möge, schottische
Logen zu richten. Ich verspreche endlich, niemals eine heimliche Aufnahme zu verrichten, noch dergleichen beizuwohnen, wenn irgendwo solches von anderen geschehen sollte, sondern vielmehr dergleichen ungebührliche Wersammlungen und AufnahmeN zu verabscheuen. Alles dieses gelobe und verspreche ich, so wahr mir Gott helfe. Darauf küsste ich die Bibel. Nach Ablegung dieser Pflicht, was tat der Meister? Er befahl dem ältesten Oberaufseher, mich los zu binden und das Tuch vom Gesicht zu nehmen. Hiernächst kleidete er mich als ein schottischer Meister. Seid ihr mit dem Kreuz des heiligen Andreas unsers Patrons bekleidet worden? Ja, Sehrerhabener, ich habe diese Ehre und schätze mich dessen unendlich glücklich. Wer hat euch damit bekleidet? Der sehrerhabene Meister vom Stuhl so gleich nach meiner Aufnahme zum schottischen Meistertum. Wie hat er euch
damit bekleidet und was für Zeremonien gebrauchte er dabei? Er ließ mich auf den Mittelpunkt des Allerheiligsten niederknien und befahl mir das Gesicht gegen Morgen zu richten. Was tat er, nachdem ihr seinen Befehlen nachgekommen ward? Er bekleidete mich mit dem ehrwürdigen Kreuz, nachdem er mir mit einem entblößten Degen vier Schläge ins Kreuz von vorne über beide Schultern und an beide Ohren gegeben und dabei die Worte aussprach: "Geliebter Bruder, um euch ein deutliches und untrügliches Merkmal der Hochschätzung zu geben, so diese sehrerhabene Loge gegen eure Verdienste hegt, so schlage ich euch zum Ritter unseres schottischen Sankt Andreas Ordens. Durch diese vier Schläge, davon der erste für den größten Baumeister aller Welt, der zweite für den Patron, der dritte für den Grossmeister und der vierte für den Orden, gelten soll. Was tat
er danach? Nachdem ich aufgestanden, umarmte er mich und wünschte mir Glück zu der Ehre so ich überkommen hatte, welche Exempel die Brüder folgteN. Er hielt darauf eine prächtige Rede von der Vortrefflichkeit des schottischen Meistertums und der Glückseligkeit solcher Brüder, die den Vorzug haben, darin aufgenommen zu werden. Was lehrte man euch darauf? Die Zeichen, Merkmale und Worte eines schottischen Meisters. Gebt mir das Zeichen. Darauf stehen die zwei arbeitenden Meister auf und geben sich dasselbe. Könnt ihr mir auch das Merkmal geben? Ja, Sehrerhabener, hier stehen sie wieder auf, nähern sich einander und geben das Merkmal mit den Hauptpunkten der schottischen Meisterschaft. Wie viel sind die Hauptpunkte in der schottischen Meisterschaft? Fünf. Welches sind sie? Fuß gegen Fuß, Knie gegen
Knie, der Griff am Ellebogen, die linke Hand auf den Rücken und ein inbrünstiger Kuss. Sagt mir das Wort eines schottischen Meisters. Der Antwortende steht auf und sagt sie dem Meister ins Ohr. Ich bin von euren Kenntnissen in unserer erhabenen Wissenschaft und von euren richtigen Antworten sehr wohl zufrieden. Allein lieber Bruder, sagt mir noch den Ursprung des schottischen Meisterworts und erzählt mir den Zufall, wodurch diese Meister so glücklich geworden, solches zu entdecken. Nachdem Hiram von tir Oberaufseher des Bauwesens in dem Tempel zu Jerusalem, da er einmal seiner Gewohnheit nach die Arbeit untersuchte, erschlagen worden (wie uns solches in dem Meistertum der ordinären Loge gelehrt) und durch diesen Tod das Meisterwort verlohren gegangen, so sahe man sich genötigt anstatt dessen das Wort M B N anzunehmen, welches die drei
mal fünfzehn Gesellen so da ausgesandt worden, um den Meister aufzusuchen, ausgesprochen, als sie ihn wiedergefunden. Und dieses Wort, welches noch jetzt das wirckliche Meisterwort in den ordinären Logen ist, wurde viele Jahrhunderte beibehalten, bis endlich auf die Zeit der Kreuzzüge nach dem gelobten Lande, da unser Orden mit dem von Sankt Johannes zu Jerusalem sich vereinbart. Was geschah alsdann zu der Zeit? Da man an Wiederaufbauung des Tempels derer Christen zu Jerusalem arbeitete und den Grund des alten Tempels aufräumte, so entdeckte man auch den Ort, welchen man ehedem das Allerheiligste genannt. In dessem Mittelpunkte fanden sich vier quadratische und vier runde Steine, welches die ordentliche Grundsteine gewesen und einer auf den anderen gesetzt waren. Die Chevaliers Macons erstauneten für Verwunderung, als sie auf dem letzten dieser
Steine das Wort "Jehova" gewahr worden (dieses Wort wird aus Ehrfurcht für die Gottheit nicht so, sondern "Adonai" ausgesprochen), welches das eigentliche Wort des Meisters Hirams gewesen. Was taten sie mit diesen Steinen? Sie verwahreten sie sorgfältiglich und als sie aus dem gelobten Lande wieder zurück kamen, überbrachten sie dieselben nach Schottland, da sie dann nach der Zeit zur Errichtung derer schottischen Sankt Andreas Logen Gelegenheit gegeben haben, als welche heiligen zu ehren wir noch jährlich den dreißigsten November als ein besonderes Fest zu feiern pflegen. Warum feiern wir das Fest dieses Heiligen? Zum Gedächtnis dessen, dass die Schotten ihm zu ihrem Patron erwählt. Macheten die Ritter der schottischen Maurerei keine weiteren Entdeckungen? Ja, Sehrerhabener (tres sublime), sie banden an dem
Ort des Allerheiligsten vier Schüsseln von feinem Golde, eine auf die andere gesetzt, und auf der untersten ein großes silbernes G gestochen. Was bedeutet dieses G? Geometrie oder die fünfte Wissenschaft. Was fanden sie mehr? Vier Stück Säulen von Erz. Wie lang waren sie? Eine jede war eine Elle lang, daher man den Griff des EllenbogeN genommen hat. Warum? Weil dieser Griff gewissermaßen auf die Aufhebung des Meisters Hirams gegründet ist, in dem man nach den Regeln der Mechanik den Körper leichter beim Ellenbogen als bei der Hand aufheben kann. Was ist für ein Unterschied zwischen den schottischen Meisterzeichen und zwischen den Zeichen der ordinären Meister? Ein sehr großer Unterschied war, um weil es viel nachdrücklicher ist und eine weit größere Ehrfurcht anzeigt. Und was bedeutet die Zeremonie des Strickes? Sie erinnert uns des Strickes, so die Mörder des Meisters Hirams ihm um den
Hals getan und womit sie den toten Körper aus der westlichen Tür des Tempels geschleppt. Was bedeutet endlich der Sarg? Das Grab oder das Loch in welches die Mörder den Meister geworfen und mit Schutt bedeckt hatten bis nach zwölf Uhr. Wie erging es dann diesem köstlichen Leichnam? Er wurde auf Befehl des Königs Salomonis in das Allerheiligste begraben. Nach beendigter Arbeit befiehlt der sehrerhabene Meister den Oberaufsehern das Meisterwort zu suchen und nachdem die Brüder aufgestanden, sagen die Oberaufseher einander in der Stille das Wort, lassen es links und rechts bei den Brüdern herum gehen, bis er wiederum an den Meister vom Stuhl gelangt, welcher alsdann ausruft: "Freut euch mit mir! Liebe Brüder, wir haben wiedergefunden, was seit so vielen Jahrhunderten verloren gewesen. Amen."
d) Die sogenannte Schlüsselloge hat wiederum etwas ganz besonderes, scheint von unruhigen Müßiggängern erdacht zu sein, ist durch und durch verwerflich, auch vermutlich schon größtenteils wieder zu Grunde gegangen, wie hiernächst folgt. Auf dem Tapis findet sich erstlich der Zweig von Olivenblättern, bedeutet das Zeichen des Friedens und der Ruhe. Zweitens, die Trommel ist deswegen da, durch ihren Schall "bum bum bum" das Zeichen zu einem allgemeinen Aufstande zu geben. Drittens, die Fama, welche mit der Trompete Alarm bläst, ruft die Orden wieder zusammen, ihre natürliche Freiheit wieder zu erlangen und desfalls ein Korps zu machen. Viertens, das dreiköpfige Monstrum bedeutet die Herrschaft und Regierung, welche durch Gewalt und List den Menschen um seine natürliche Freiheit
und den Genuss der zeitlichen Dinge und was wir Menschen benötigen, sind gebracht. Fünftens, der erhabene Berg bedeutet Tyrannei, womit wir in unserer jetzigen Sklaverei gedruckt werden. Sechstens, die drei Schlangen, welche alle hier auf hieroglyphische und mystische Art angebracht, bedeuten die Natur, die Gerechtigkeit und Tapferkeit. Siebtens, die Speere, Pistolen und Fahnen sind WaffeN der Orden, ihre verlorene Freiheit wieder damit zu rekuperieren und sich in Friede und Ruhe von allen zeitlichen Gütern zu erfreuen. Erforschende Fragen, welche ein Meister vom Schlüssel zu beantworten wisseN und sich damit legitimieren muss: Ist der sehr ehrwürdige Bruder ein Meister vom Schlüssel? Ich gehe in das Allerheiligste, wenn ich will und es mir gefällig. Wo kommt der
sehrehrwürdige Bruder her? Durch die Freiheit. Auf was vor einer Stufe der Treppen befindet sich der liebe Bruder? Durch die Stärke, durch die Gerechtigket und die Natur. Zu welchem Ende? Zu töten das Ungeheuer mit sammt seinen drei Köpfen. Wo ist dieses Monstrum anzutreffen? Auf einem Berge. Welcher Sehrerhabene weiß jemand des Ungeheuers Stärke? Die Tyrannei der Hochmut, Ungerechtigkeit und Unwissenheit. Was hofft der liebe Bruder von diesem Tot? Die Krönung mit einem Lorbeerkranze oder Krone um geruhig zu leben, auch von den natürlichen Gütern mich zu erfreuen. Wie heißt das Monstrum? Hochmut. Warum will der liebe Bruder diese Projekte machen? Für den allmächtigen Gott der aller Sachen Anfang ist. Woher hat der liebe Bruder
dieses Projekt/Geheimnis erfahren? Durch eine heimliche Offenbarung. Wann und zu welcher Zeit hat der liebe Bruder solche Offenbarung erhalten? An einem Sonntage. An was Orte hat der liebe Bruder solche Offenbarung erhalten? In dem Hause des allerhöchsten Gottes. Was hat der liebe Bruder da gesehen? Auf einem hohen und erhabenen Berge ein erschreckliches Monstrum mit drei Köpfen, drei Tiere so auf den Berge sich aneinanderhaltend hinauf klettern, eine Trommel, die Fama, einen Zweig von Oliven und Kriegesrüstung. Was bedeutet dieses? Alles das ist schon in den übrigen Fragen beantwortet. Wie ist der sehrerwürdige Bruder in der Schlüsselloge auf- und angenommen worden? Mit Glauben, Treue, Eifer und Tapferkeit. Was hat der sehrehrwürdige Bruder da selbst versprochen? Mich töten zu lassen, vor meine
natürliche Freiheit oder dieselbe hinwiederum zu erlangen. Auf was Art seid ihr in die Schlüsselloge auf- und angenommen? Wie ich bin aus Mutterleibe geboren. Das ist frei, nicht untertänig und unter keinem menschlichen Gesetze unterworfen, sondern nur Gott allein gehorsam und untertänig. Was ist das Zeichen von dieser Loge? Die Hüfte nach dem Exempel Jacobs auf einmal stark zu drücken. Was ist das Merkmal? Aus rechter Inbrünstigkeit zu küssen. Was ist das Wort? Adonai. Was ist das Wort der Loge? Jehova.
Die Konsolationsloge ist eine Sozietät von Alchemisten, welche ihren besonderen Teppich, Zeremonien und Kennzeichen haben. Ihre Arbeit hat vornehmlich die Fixierung des Merkur
zum Absehen und wird noch zur Zeit vornehmlich in Halle gehalten. Verschiedenes, doch nicht alles, ist davon bekannt. Man hält aber diese neue Assoziation von keiner Dauer und achtet sie der weiteren Untersuchung nicht würdig. Amen.
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